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Bredelar

In ein 1170 gegründetes, aber nach nur kurzer Zeit aufgelöstes Kloster von Prämonstratenserinnen berief der Erzbischof von Köln im Jahre 1196 Mönche aus der benachbarten Zisterzienserabtei Hardehausen. Die Zisterze „Breidelare“ förderte fortan in wirtschaftlicher, geistiger und geistlicher Hinsicht wie auch als Grundherr die Entwicklung im nordöstlichen Sauerland. Mehr als 600 Jahre währte die klösterliche Zeit. Im 13. Jahrhundert wurde in dem bedeutenden Skriptorium die dreibändige, mit Miniaturen reich bebilderte Bredelarer Bibel geschrieben, die sich heute in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek in Darmstadt befindet. Weitere Handschriften aus der Klosterbibliothek werden in Wiesbaden, Berlin, Boston, Liverpool, Manchester, Oxford, Paris und Washington aufbewahrt. Das Klostergebäude beruht in seinen wesentlichen Zügen auf einem Bauplan von 1726. 1804 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Danach produzierte von 1828 bis 1932 hier ein Betrieb der Schwerindustrie, die „Theodorshütte“. Sie war Eisenhütte und -gießerei. Der erste der drei Hochöfen stand in der ehemaligen Abteikirche. Ab 1876 konzentrierte sich der Betrieb auf die Gießerei großer Maschinen- und Bauteile, eiserner Fenster und Öfen. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Bauwerk zunehmend dem Verfall preisgegeben. Im Jahr 2000 gründete sich der Förderverein Kloster Bredelar e. V., der sich der Restaurierung und Nutzung als Begegnungs- und Kulturzentrum annimmt.

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